Arbeitskreis Donogene Insemination

Inhalt

Willkommen auf donogene-insemination.de – Ihrer Vereinigung von kompetenten Ärztinnen und Ärzten, Samenbanken, psychosozialen Beratungsfachkräften, Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und Laborfachkräften  für die Behandlungen mit Spermaproben aus Samenspenden. Sind Sie für die Erfüllung Ihres Kinderwunsches auf reproduktionsmedizinische Möglichkeiten angewiesen und auf der Suche nach seriöser Beratung und Behandlung? Oder möchten Sie anderen helfen eine Familie zu gründen? Betroffenen und Interessierten stehen unsere Mitglieder sachkundig und engagiert zur Seite. Machen Sie sich hier ein erstes Bild zur Behandlung und den Möglichkeiten.

Darüber hinaus betreibt der Arbeitskreis für donogene Insemination e.V. auch das Deutsche Register für Insemination (DERI), in das sowohl die heterologen als auch die homologen Inseminationen für wissenschaftliche Auswertungen einfließen.

Einleitung

Die persönliche Perspektive unseres Vorstandsmitgliedes Dr. Petra Thorn zur Familiengründung von Jens Spahn durch Leihmutterschaft

Inhalt

Die öffentliche Diskussion über die Familiengründung von Jens Spahn und seinem Ehemann macht deutlich, wie schnell reproduktionsmedizinische Themen zu politischen Symbolen werden. Aus psychosozialer Sicht lohnt sich jedoch ein anderer Blick: Hinter jeder Entscheidung für eine Form der assistierten Familiengründung steht zunächst ein Mensch – oder ein Paar –, das den tiefen Wunsch hat, Eltern zu werden.

Der Wunsch nach einem eigenen Kind gehört für viele Menschen zu den grundlegenden Lebensthemen. Bleibt dieser Wunsch unerfüllt oder kann er nur mithilfe reproduktionsmedizinischer Verfahren verwirklicht werden, erleben Betroffene häufig einen langen Weg aus Hoffnung, Enttäuschung, Trauer, ethischen Abwägungen und schwierigen Entscheidungen. Diese Erfahrungen unterscheiden sich nicht zwischen Prominenten und Unbekannten, zwischen Politikerinnen und Politikern oder anderen Menschen. Der Kinderwunsch ist ein zutiefst menschliches und existenzielles Bedürfnis.

Aus dieser Perspektive ist nachvollziehbar, dass auch Jens Spahn und sein Ehemann nach einem Weg gesucht haben, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen. Die Tatsache, dass Herr Spahn als Politiker in der Vergangenheit Positionen vertreten hat, die im Spannungsverhältnis zu seiner persönlichen Lebensentscheidung stehen mögen, macht die Situation politisch erklärungsbedürftig. Psychologisch ist sie jedoch keineswegs ungewöhnlich. Menschen erleben häufig, dass abstrakte, politische oder ethische Überzeugungen eine andere Bedeutung erhalten, wenn sie selbst unmittelbar betroffen sind. Eigene Betroffenheit verändert Perspektiven, eröffnet einen differenzierteren Blick auf komplexe Fragestellungen und führt nicht selten dazu, dass man eigene Grenzen überdenkt und verschiebt.

Gerade deshalb sollten persönliche Lebensentscheidungen nicht vorschnell moralisch bewertet werden. Wer einen unerfüllten Kinderwunsch erlebt, trifft Entscheidungen selten leichtfertig. Sie entstehen meist nach intensiver Auseinandersetzung mit den eigenen Werten, den rechtlichen Möglichkeiten, den medizinischen Risiken, den Auswirkungen auf das zukünftige Kind und die Familie.

Besonders problematisch ist, wenn öffentliche Debatten dazu führen, dass Kinder aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte zum Gegenstand gesellschaftlicher Kontroversen werden. Kinder tragen keine Verantwortung für die Umstände ihrer Geburt. Für ihre psychosoziale Entwicklung sind vor allem stabile Bindungen, liebevolle Beziehungen, Offenheit innerhalb der Familie und gesellschaftliche Akzeptanz entscheidend. Öffentliche Stigmatisierung der Familienform kann dagegen belastend wirken – nicht nur für die Eltern, sondern langfristig auch für die Kinder selbst.

Der Fall Jens Spahn zeigt letztlich weniger einen individuellen Widerspruch als vielmehr die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Realität und der derzeitigen Rechtslage. Solange bestimmte reproduktionsmedizinische Verfahren in Deutschland verboten sind, werden Menschen mit entsprechendem Kinderwunsch auf Angebote im Ausland ausweichen. Diese Realität sollte Anlass sein, die bestehenden gesetzlichen Regelungen offen, wissenschaftlich fundiert und unter Einbeziehung medizinischer, ethischer, rechtlicher und psychosozialer Expertise zu diskutieren.

Aus psychosozialer Sicht wäre es wünschenswert, wenn die öffentliche Debatte weniger von persönlicher Verurteilung und mehr von Empathie geprägt wäre. Hinter jeder Form assistierter Familiengründung stehen Menschen mit Hoffnungen, Ängsten und dem Wunsch, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Dies anzuerkennen bedeutet nicht, jede reproduktionsmedizinische Methode unkritisch zu befürworten. Es bedeutet vielmehr, die menschliche Dimension im Blick zu behalten und Diskussionen so zu führen, dass die Würde aller Beteiligten – insbesondere der Kinder – gewahrt bleibt.

Der Fall wirft zugleich Fragen nach politischer Glaubwürdigkeit auf. Es ist nachvollziehbar, dass die öffentliche Diskussion deshalb intensiv geführt wird, weil sich Jens Spahn als führender Politiker gegen die Leihmutterschaft ausgesprochen, nun aber selbst darauf zurückgegriffen hat. Dieser Widerspruch sollte nicht zur persönlichen Verurteilung führen, sondern Anlass für eine ehrliche politische Reflexion sein.

Ich hoffe, dass Jens Spahn seine persönliche Erfahrung zum Anlass nimmt, sich für eine sachliche, evidenzbasierte und ergebnisoffene Diskussion über die Zukunft des deutschen Fortpflanzungsmedizinrechts einzusetzen und diese aktiv voranzutreiben. Dazu gehört auch die Bereitschaft, über die Legalisierung einer streng regulierten, am Kindeswohl orientierten und vor Ausbeutung schützenden Form der altruistischen Leihmutterschaft (und der Eizellspende) nachzudenken. Persönliche Erfahrungen können politische Positionen verändern – nicht aus Opportunismus, sondern weil sie neue Perspektiven eröffnen. Ein solcher Perspektivwechsel wäre dann kein Zeichen von Widersprüchlichkeit, sondern von Lernfähigkeit und politischer Verantwortung.

Einleitung

Statement des Arbeitskreises für Donogene Insemination e. V. zur Begrenzung der Nachkommenobergrenzen bei Samenspenden auf 15 Familien

Inhalt

Derzeit gibt es in Deutschland und Europa keine rechtsverbindlichen Regelungen, die die Begrenzung der Kinder eines Samenspenders nach medizinischer Behandlung limitieren.

Der Fall des Niederländers Jonathan Meijers (er soll über 550 Kinder mittels Samenspende gezeugt haben sowie der aktuelle „TP-53-Fall“ (ein Samenspender gab über eine dänische Samenbank ein Krebsgen an mindestens 23 Kinder weiter) machen deutlich, wie wichtig klare, verantwortungsvolle Regelungen zur Begrenzung der Anzahl von Kindern pro Samenspender sind.

Wir setzen uns als Arbeitskreis für Donogene Insemination e. V. für Nachkommenobergrenzen ein, um das Wohl der durch Samenspende gezeugten Menschen, ihrer Familien, der Spender und das der Gesellschaft zu schützen.

In Deutschland gilt die Empfehlung des Arbeitskreises von maximal 15 Familien pro Samenspender. Diese Begrenzung ermöglicht es, dass Geschwister innerhalb einer Familie genetisch verwandt sein können, während zugleich die Gesamtzahl der Nachkommen auf einem sozial verantwortbaren Niveau bleibt.

Trotz sorgfältiger medizinischer und genetischer Untersuchungen ist es wichtig, zu betonen, dass genetische Auffälligkeiten nicht in allen Fällen vorhersehbar oder zum Zeitpunkt der Spende bekannt sind. Werden medizinisch relevante neue Erkenntnisse bekannt, ist eine unverzügliche und transparente Information der betroffenen Familien unerlässlich, um eine angemessene medizinische Beratung zu ermöglichen.

Der Arbeitskreis begrüßt die zunehmende öffentliche Diskussion zu diesem Thema sowie die geplanten europäischen Regelungen im Rahmen des SoHO-Rechtsrahmens und setzt sich dafür ein, dass die Proben eines Samenspenders auch europa- und weltweit für die Erfüllung des Kinderwunsches bei maximal 15 Familien verwendet werden dürfen

Einleitung

Behandlung mit Spendersamen: Was ist Donogene Insemination?

Donogene Insemination (auch „heterologe Insemination“ oder „Behandlung mit Samenspende“) meint primär das direkte, schmerzlose Einbringen von Samenzellen eines Spenders in die Gebärmutter einer Frau zum Zeitpunkt des Eisprunges. Bei dieser Methode der Befruchtung werden die von freiwilligen Spendern gewonnenen, eingefrorenen Spermienproben nach Kryokonservierung  und Quarantänelagerung von sechs Monaten aufgetaut, aufbereitet und anschließend in die Gebärmutter eingebracht.

Ziel ist es, mit Hilfe der Insemination, aber auch der künstlichen Befruchtung (IVF oder auch ICSI) mit Spendersamen ungewollte Kinderlosigkeit zu überwinden und eine Schwangerschaft zu erreichen. Die Familienbildung mit Spendersamen ist insbesondere für Paare eine Möglichkeit, bei denen männliche Unfruchtbarkeit vorliegt und andere reproduktionsmedizinische Möglichkeiten nicht erfolgreich sind oder als zu eingreifend erlebt werden. Auch Männern, die an einer Erbkrankheit leiden, die sie nicht auf ein Kind übertragen möchten, bietet die Insemination mit Spendersamen die Möglichkeit, ein gesundes Kind zu zeugen.

Ebenso wird bei gleichgeschlechtlichenlesbischen Frauenpaaren oder alleinstehenden Frauen (Single Frauen oder Solo-Frauen) die Insemination mit Spendersamen von vielen unserer Mitglieder durchgeführt.

Der Arbeitskreis: Wer wir sind und wofür wir stehen

Der Arbeitskreis Donogene Insemination ist eine Vereinigung: Von ÄrztInnen, die Behandlungen mit Spendersperma durchführen, eine Samenbank oder Kinderwunschzentrum betreiben sowie von PsychologInnen, JuristInnen und anderen Personen, die in ihrem Fachgebiet spezielle Interessen, Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Behandlung mit Samen aus professioneller und medizinisch kontrollierter Samenspende besitzen.

Ziel des Vereins ist zum einen, die Fachkompetenz zu bündeln, aber auch die gesellschaftlichen Akzeptanz der Behandlungsmethode sowie die Wahrnehmung der medizinischen, juristischen und wissenschaftspolitischen Interessen der Mitglieder, die Behandlungen mit Spendersamen in Deutschland durchführen, zu fördern. Weil die Mitglieder des Arbeitskreises Donogene Insemination bereits seit jeher außerordentlichen Wert auf den Schutz von Samenspendern, behandelter Paare sowie daraus entstandene Spendenkinder legen, befürworten die Mitglieder auch die am 1. Juli 2018 erfolgte Einführung des Samenspenderregisters.

Informationen
für alle Menschen mit 
Kinderwunsch

Wenn Sie sich für diese Möglichkeit der Kinderwunschbehandlung interessieren und wissen möchten, wo Sie kompetente ärztliche, psychologische oder juristische Ansprechpartner in Ihrer Nähe finden, werfen Sie einen Blick auf die beiden Bereiche Mitglieder und Samenbanken. Dort finden Sie sowohl das Zentrum für Donogene Insemination in Ihrer Nähe und damit konkrete Ansprechpartner, die Ihnen in allen Fragen rund um Ihren Kinderwunsch zur Verfügung stehen. Diese erläutern Ihnen im Detail, wie die Behandlung durchgeführt wird und klären Sie weiterhin auch über Themen wie psychosoziale Beratung auf. Unverheiratete und verheiratete Paare genauso wie gleichgeschlechtliche Paare oder alleinstehend Frauen dürfen sich sicher sein: Sie sind in dieser frühen Phase der Familiengründung nicht allein!

Ich möchte selbst Samenspender werden:
Wo finde ich Informationen?

Denken Sie selbst darüber nach Samen zu spenden? Wenn Sie Informationen für Spender wünschen, erhalten Sie diese unter dem Menüpunkt Samenbanken. Dort finden Sie Adressen und Websites von Samenbanken des Arbeitskreises Donogene Insemination und erhalten darüber hinaus Informationen zu Ablauf sowie den gesundheitlichen Voraussetzungen der Samenspende. Bleiben offene Fragen? Dann nehmen Sie bitte direkten Kontakt zu der Samenbank in der Nähe Ihres Wohnortes auf!

Hier finden Sie ein Informationsblatt für Samenspender.

Das Deutsche Register für Insemination (DERI)

In das Deutsche Register für Insemination (DERI) fließen aus den am DERI teilnehmenden Kinderwunschzentren die Verläufe und Ergebnisse aller heterologen und homologen Inseminationen für wissenschaftliche Auswertungen ein. Über viele Jahre hinweg war dies für Deutschland nicht existent und wir schließen diese Lücke nun. Mit Hilfe der Auswertungen aus dem DERI ist unser Ziel, die Qualität der IUI/AID Behandlungen abzubilden und zu verbessern, den Fachkreisen und der Öffentlichkeit alle Behandlungskennzahlen zu liefern und nicht zuletzt Fakten darzustellen, die für eine sachgerechte ärztliche Beratung und Behandlung unserer PatientInnen in den reproduktionsmedizinischen Institutionen verwendet werden können.

Weitere Informationen, auch zu der Möglichkeit, Teilnehmer des DERI, finden Sie hier.

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